Die vernünftige Nutzung Sozialer Netzwerke (3)

Hinweise für Eltern

Die Nutzung von Sozialen Netzwerken ist aus der Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen ab etwa 13 Jahren kaum noch weg zu denken. Auf Facebook finden sich oft schon Profile von 10 bis 11jährigen. Auch wenn Sie zu diesen Medien selber keinen Zugang haben und das möglicherweise alles überflüssig und unkultiviert finden – im Interesse des Schutzes Ihrer Kinder sollten Sie sich mit den wesentlichen Grundlagen der Funktionsweise Sozialer Netzwerke vertraut machen und mit ihren Kinder das Gespräch darüber suchen.

Keine Vorstellung von den Folgen

Selbst viele Erwachsene haben keine Vorstellung von den Folgen, die man mit unbedachten Äußerungen oder vermeintlichen Späßen in Gestalt von Videos oder Fotos im Internet anrichten kann. Kinder haben die erst Recht nicht. Auch wenn Kinder sich den Umgang mit dem Internet in weiten Teilen selber aneignen können (und sollten), muss man ihnen Verhaltensregeln und Vorsichtsmaßnahmen beibringen. Das können auch schon Viertklässler verstehen, vorausgesetzt man verpackt die Inhalte in eine kindergerechte Sprache und Darstellung. Wenn weder Eltern noch Kinder sich auskennen, bleibt der Weg des gemeinsamen Lernens.

Kinderfotos sollten Sie nicht veröffentlichen

Sofern Sie selber ein Facebook Profil unterhalten: Veröffentlichen Sie keine Fotos und Äußerungen von Ihren Kindern, und seien sie noch so süß und hübsch. Veröffentlichen Sie sie auch sonst nirgends. Sie verlieren die Kontrolle darüber, was mit den Fotos geschieht und wenn Sie Pech haben, finden Sie die Gesichter Ihrer Kinder auf nackte Körper montiert in einem Porno Portal wieder.

Digitale Abstinenz?

Das alles sagen Sie, ist ein Grund Soziale Netzwerke insgesamt zu meiden? Nein. Soziale Netzwerke sind bei aller Kritik an der Ausbeutung unserer Daten auch kommunikative Instrumente, deren sparsame und überlegte Nutzung durchaus Vorteile hat und Spaß machen kann. Außerdem: Die Erfahrung der letzten zwei Jahre hat gezeigt, dass Facebook auf europäischen Druck bezüglich der Schaffung von angemessenen Datenschutzstandards reagiert.

Verbesserter Datenschutz

Nicht so, wie wir uns das gewünscht hätten, aber es ist die Tendenz erkennbar, dass es sich lohnt gegenüber den Datenkraken seine Rechte einzufordern. Dieser Prozess wird weitergehen und uns in absehbarer Zeit  bessere  Datenschutzregeln und bessere Durchsetzungsmöglichkeiten einbringen. Wie nach jeder kulturellen Revolution müssen die gesellschaftlichen Spielregeln auch hinsichtlich Sozialer Netzwerke erst verbindlich definiert werden. Wer sich die hier skizzierten Hintergründe bewusst macht und ein paar Regeln beachtet, kann in der Zwischenzeit Facebook und Co. sinnvoll und ohne Schaden nutzen.

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Über Paula Coehler
Ich bin seit vielen Jahren als Beraterin in Sachen Datenschutz, Datensicherheit, Neue Medien und Urheberrecht tätig. Ich bin Juristin, lebe, arbeite und schreibe in Hamburg. Mich interessiert die Verbindung meiner praktischen Erfahrung mit den theoretisch-politischen Konzepten zum Datenschutz und zum Recht allgemein. Mein Name ist ein Pseudonym - nicht weil ich, wie viele immer noch meinen, hier Dinge schreibe, die ich mich unter Klarnamen nicht zu schreiben traute. Sondern weil es mir so einfacher gelingt, meine Ansprüche an meine eigenen Texte auf ein Normalmaß zu reduzieren. Und weil ich auf diese Weise auch mal über Ereignisse bei Auftraggebern berichten kann, die ich zuvor angemessen verfremde. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen, real existierenden Unternehmen oder Ereignissen sind daher rein zufällig.

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