Europe v Facebook: Klage in Vorbereitung

Wer noch eine Weihnachtsspende für einen guten (Datenschutz-) zweck loswerden will, dem bietet jetzt die Initiative europe v facebook dazu eine Gelegenheit. Die österreichische Gruppe um den Jurastudenten Max Schrems will die irische Datenschutzbehörde verklagen und sammelt dafür im Wege des „Crowdfunding“ Geld.

Anzeigen unzureichend bearbeitet

Die irische Datenschutzbehörde hatte mehrere Anzeigen wegen Datenschutzverstößen der Initiative gegen Facebook bearbeitet und ein unverbindliches Untersuchungsverfahren gegen Facebook eingeleitet. Der letzte Stand ist, dass europe v facebook aufgefordert wurde, eine Stellungnahme zu dem unverbindlichen Untersuchungsverfahren abgeben, mit dem ohne weitere Beteiligung der Initiative die Anzeigen bearbeitet wurden. Europe v facebook schätzt den Bericht in einer fast siebzig seitigen Gegenstellungnahme im Ergebnis so ein, dass die irische Behörde „einige wichtige Schritte gesetzt“, aber im Detail „schlampig und ungenau“ gearbeitet habe. Facebooks Behauptungen seien einfach übernommen worden, obwohl die mit einfachen Mitteln (Screenshots) widerlegbar seien. Keine der Anzeigen sei ordnungsgemäß bearbeitet worden. Die irische Behörde weiche darüber hinaus massiv vom gemeinsamen Rechtsverständnis in der EU ab.

Letzte Maßnahme Klage

Denkbar ist nun, dass auch der abschließende Bericht der irischen Datenschutzbehörde so unzureichend ausfällt und dagegen kann dann die Klage gerichtet werden. Die Einrichtung der Crowdfunding Plattform dient der Sammlung von geschätzt 100.000 EUR, die ein solcher Prozess kosten wird – und das ist nur das Minimum.

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Facebook: Beleidigungen oder das Recht auf Meinungsäußerung

Immer wenn in meinen Seminaren die Frage aufkommt, was man erlaubterweise auf Facebook äußern darf und was nicht, sage ich: Sie wollen nicht ausprobieren, wo nach Ansicht deutscher Arbeitsgerichte die Grenze verläuft zwischen dem Recht auf freie Meinungsäußerung und Beleidigungen. Die freie Meinungsäußerung ist ein geschütztes Grundrecht, mit der Beleidigung risikieren Sie im Zweifel Ihren Arbeitsplatz. Posten Sie also nur Dinge, die Sie Ihren Kollegen und Ihrem Chef auch ins Gesicht sagen würden. Machen Sie berufliche Konflikte nie über Soziale Netzwerke öffentlich.

“Karriere-Spiegel” hat jetzt eine Reihe von Fällen zusammen getragen, die sehr anschaulich zeigen, wie unterschiedlich Arbeitsgerichte mit Facebook-Beleidigungen umgehen:

http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/facebook-wie-arbeitsgerichte-ueber-beleidigungen-entscheiden-a-863031.html

Die Lektüre bestärkt mich in meiner Einschätzung – das will kein vernünftiger Mensch ausprobieren.

Facebook überwacht Kommunikation

“I prefer my E-Mails to be mine”, schrieb mir von ein paar Jahren ein kanadischer Kollege, mit dem ich über Facebook in Kontakt kam, als Begründung warum er unseren Austausch nicht über die private Nachrichtenfunktion von Facebook fortsetzen wollte. So richtig sind deine Mails ja nie deine, schrieb ich zurück, denn solange sie auf irgendwelchen Servern lagern kann immer jemand ran. Wenn auch vielleicht nur theoretisch.

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Dezentrale Soziale Netzwerke

Beim Stichwort soziale Netzwerke denkt jeder sofort an Facebook. Selbst Google+ fällt dahinter ziemlich weit ab. Kaum jemand in der breiten Öffentlichkeit weiß, dass es außer Facebook und Google+ noch einige andere soziale Netzwerke gibt. Sie unterscheiden sich von den großen Monopolisten nicht nur durch ihren mangelnden Bekanntheitsgrad, sondern auch durch ihre dezentrale Organisation. Dezentral heißt in diesem Fall, dass die Daten nicht auf den Servern eines einzigen Unternehmens gespeichert werden, sondern auf nutzereigenen oder solchen, die für den Nutzer transparent sind. Anders als bei Facebook und Google+ haben die Nutzer dieser Plattformen eine viel weiter gehende Möglichkeit der Kontrolle über ihre Daten.

Dezentrale Netzwerke

Beispiele für solche dezentral organisierten Netzwerke sind Diaspora, Friendica, buddycloud, Lorea, identi.ca oder SecuShare. Ihr dezentraler Ansatz ist ihr großer Vorteil, ihre mangelnde Bekanntheit ihr großer Nachteil. Wer meldet sich schon bei einem kleinen, unbekannten Netzwerk an, wenn alle Freunde und Bekannte bei Facebooks sind?

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Schaffung eines einheitlichen Standards

Der „Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs“ („FoeBud e.V“), eine in Bielefeld ansässige Organisation für digitale Bürgerrechte, hat es sich nun auf die Fahnen geschrieben, diesen Nachteil auszugleichen. Mit der Entwickler-Plattform Social Swarm sollen die einzelnen dezentralen und datenschutzfreundlichen Netzwerke an einem gemeinsamen Standard arbeiten, der eine Kommunikation untereinander möglich macht. Das – langfristige – Ziel ist es, die Kommunikation über soziale Netzwerke der E-Mail Kommunikation anzugleichen. Für uns alle ist es normal, dass jemand, der bei web.de einen E-Mail-Zugang eingerichtet hat, nicht nur mit anderen web.de Kunden, sondern mit allen Nutzern, die ihre E-Mail bei anderen Anbietern unterhalten, Nachrichten austauschen kann.

Kommunikation über Plattformen hinweg

Was bei der E-Mail normal ist, ist bei den großen Netzwerken nicht möglich. Wer auf Facebook ist, kann nur mit anderen Facebook Mitgliedern kommunizieren. Aber auch bei den alternativen Netzwerken ist die Plattform übergreifende Kommunikation nur eingeschränkt möglich. Wenn es also möglich würde, seine Freunde aus dem Netzwerk zu behalten und sich zugleich mit den Mitgliedern anderer Netzwerkanbieter austauschen zu können, würde das die dezentralen Netzwerke deutlich attraktiver machen. Ein Nebeneffekt wäre, dass die Nutzer durch die selbstverwaltete Struktur mehr Macht über ihre Daten hätten – “Nobody can ever own it”, wie die Macher von Friendica so schön schreiben.

Es ist zu wünschen, dass die Initiative Erfolg haben wird.

 

 

Facebook: Neue Datenschutzbestimmungen

Facebook hat erneut eine Änderung seiner Datenschutzvorschriften angekündigt. Wie in der Vergangenheit allerdings auch, sind die Vorschläge kein Gewinn in Sachen Datenschutz bei Facebook. Das beginnt schon mit der Auffindbarkeit dieser Informationen. Nur wer die “Facebook Site Governance” abonniert hat, wird über bevorstehende Neuerungen informiert.

Gut versteckt und schlecht formuliert

Wenn die Nutzerin dann das Versteckspiel gewonnen und die Seite gefunden hat, ist sie mit schlecht formulierten und noch schlechter übersetzten langen Texten konfrontiert.

Inhaltlich lässt sich ein Fortschritt nur insoweit erkennen, dass Facebook nun zum ersten Mal bestimmte Praktiken ganz offen benennt und beispielsweise sagt, dass alle Daten, die ein Nutzer auf seinem Profil hinterlässt, zu Werbezwecken ausgewertet werden. Und zwar ausdrücklich alle Informationen, auch die privaten Nachrichten und Fotos.

Sofern bis morgen 7.000 Nutzer den Änderungsvorschlägen widersprechen bzw. diese kommentieren, will Facebook über die Änderungen abstimmen lassen.

Widersprechen!

Die Facebook-Kritiker in der europe versus facebook Initiative haben einen umfangreichen Forderungskatalog aufgestellt, der auf eine umfassende Umgestaltung der Datenschutz- und Nutzungsbedingungen bei Facebook abzielt. Auf der Seite der Initiative findet sich auch das Muster einer Formulierung, mit der man die Facebook Vorschläge kommentieren sollte.

Bis morgen Abend besteht noch die Gelegenheit, Kommentare und Protest zu hinterlassen. Nutzen wir sie!

Facebook: Voll praktisch!

Ein Beitrag von Extra 3 (NDR) zum Thema Facebook. Schon etwas älter, immer noch und immer wieder sehr komisch.

Die vernünftige Nutzung Sozialer Netzwerke (3)

Hinweise für Eltern

Die Nutzung von Sozialen Netzwerken ist aus der Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen ab etwa 13 Jahren kaum noch weg zu denken. Auf Facebook finden sich oft schon Profile von 10 bis 11jährigen. Auch wenn Sie zu diesen Medien selber keinen Zugang haben und das möglicherweise alles überflüssig und unkultiviert finden – im Interesse des Schutzes Ihrer Kinder sollten Sie sich mit den wesentlichen Grundlagen der Funktionsweise Sozialer Netzwerke vertraut machen und mit ihren Kinder das Gespräch darüber suchen.

Keine Vorstellung von den Folgen

Selbst viele Erwachsene haben keine Vorstellung von den Folgen, die man mit unbedachten Äußerungen oder vermeintlichen Späßen in Gestalt von Videos oder Fotos im Internet anrichten kann. Kinder haben die erst Recht nicht. Auch wenn Kinder sich den Umgang mit dem Internet in weiten Teilen selber aneignen können (und sollten), muss man ihnen Verhaltensregeln und Vorsichtsmaßnahmen beibringen. Das können auch schon Viertklässler verstehen, vorausgesetzt man verpackt die Inhalte in eine kindergerechte Sprache und Darstellung. Wenn weder Eltern noch Kinder sich auskennen, bleibt der Weg des gemeinsamen Lernens.

Kinderfotos sollten Sie nicht veröffentlichen

Sofern Sie selber ein Facebook Profil unterhalten: Veröffentlichen Sie keine Fotos und Äußerungen von Ihren Kindern, und seien sie noch so süß und hübsch. Veröffentlichen Sie sie auch sonst nirgends. Sie verlieren die Kontrolle darüber, was mit den Fotos geschieht und wenn Sie Pech haben, finden Sie die Gesichter Ihrer Kinder auf nackte Körper montiert in einem Porno Portal wieder.

Digitale Abstinenz?

Das alles sagen Sie, ist ein Grund Soziale Netzwerke insgesamt zu meiden? Nein. Soziale Netzwerke sind bei aller Kritik an der Ausbeutung unserer Daten auch kommunikative Instrumente, deren sparsame und überlegte Nutzung durchaus Vorteile hat und Spaß machen kann. Außerdem: Die Erfahrung der letzten zwei Jahre hat gezeigt, dass Facebook auf europäischen Druck bezüglich der Schaffung von angemessenen Datenschutzstandards reagiert.

Verbesserter Datenschutz

Nicht so, wie wir uns das gewünscht hätten, aber es ist die Tendenz erkennbar, dass es sich lohnt gegenüber den Datenkraken seine Rechte einzufordern. Dieser Prozess wird weitergehen und uns in absehbarer Zeit  bessere  Datenschutzregeln und bessere Durchsetzungsmöglichkeiten einbringen. Wie nach jeder kulturellen Revolution müssen die gesellschaftlichen Spielregeln auch hinsichtlich Sozialer Netzwerke erst verbindlich definiert werden. Wer sich die hier skizzierten Hintergründe bewusst macht und ein paar Regeln beachtet, kann in der Zwischenzeit Facebook und Co. sinnvoll und ohne Schaden nutzen.

Die vernünftige Nutzung Sozialer Netzwerke (2)

Fünftens – Erst nachdenken, dann posten

Um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, ist es daher ratsam vor einer Veröffentlichung nachzudenken. Will ich diese Information tatsächlich mit der ganzen Welt teilen? Will ich sie auf einige ausgewählte Freunde beschränken? Kann mein Kommentar missverstanden werden? Aus dem Kontext gerissen und gegen mich verwendet werden? Kann ich auch in fünf Jahren noch zu diesen Äußerungen stehen? Auch sollte man sich vergegenwärtigen, dass die (offline) Rechte anderer auch online gelten. Sätze, die im realen Leben, eine Beleidigung darstellen, sind auch eine Beleidigung, wenn sie gepostet werden. Online Beleidigungen, Drohungen, Nötigungen und dergleichen sind in ihrer Wirkung noch wesentlich schlimmer, als wenn sie außerhalb des Netzes stattfinden, weil sie eine viel größere Reichweite als im realen Leben haben.

Sechstens -  Privat ist nicht immer privat

Private Äußerungen über den Arbeitgeber sind erst mal privat und vom Grundrecht auf freie Meinungsäußerung geschützt. Im Zusammenhang mit Veröffentlichungen über den Arbeitgeber ist privat nicht mehr privat, wenn „außerdienstliches Verhalten auf den betrieblichen Bereich durchschlägt“, indem zum Bespiel ehrverletzende Äußerungen, wahrheitswidrige Tatsachenbehauptungen oder grob unsachliche Angriffe den Betriebsfrieden stören können. Wann das eine oder das andere der Fall ist, wird von Arbeitsgericht zu Arbeitsgericht ganz unterschiedlich gewertet (es gibt bereits einige Entscheidungen zu diesem Thema). Wo die Grenze der freien Meinungsäußerung erreicht ist, sollte man also besser nicht ausprobieren.

Siebtens – Seien Sie wählerisch

Seien Sie wählerisch mit ihren Freunden, im richtigen Leben sind Sie das auch. Nur weil es nur einen Mausklick braucht um „Freundschaften“ zu schließen, sollten Sie in der virtuellen Welt keine anderen Maßstäbe anlegen als im wirklichen Leben. Beantworten Sie also keine Kontaktanfragen von Leuten, die sie nicht kennen. Jedem „Freund“ öffnen Sie den Zugriff auf ihre persönlichen Informationen – und damit auch die Möglichkeit, diese zu missbrauchen.

Achtens – Datenschutzeinstellungen lesen und nutzen!

Datenschutzerklärungen auf Webseiten sind keine sehr erbauliche Lektüre. Die Anbieter von Sozialen Netzwerken haben seitenlange Datenschutzerklärungen und Nutzungsbedingungen, die in der Regel mehr verschleiern als offen legen. Die Voreinstellungen zum Datenschutz, die vom Anbieter gewählt sind, sind meistens alles andere als datenschutzfreundlich. Daher sollten Sie sich die Mühe machen, die Bedingungen zu lesen und die Möglichkeiten zu nutzen, denn es ein paar Möglichkeiten, die Sichtbarkeit der eigenen Profilinformationen zu steuern.

Auffindbarkeit über Suchmaschinen

Wer nicht möchte, dass sein Profil gefunden wird, wenn man den eigenen Namen in eine Suchmaschine eingibt, kann das durch eine entsprechende Einstellung verhindert werden. Auf diese Weise ist beispielsweise potentiellen Arbeitgebern der Blick auf Familienfotos verwehrt.

Freunde klassifizieren

Netzwerk-Freunde können verschiedenen Gruppen zugeordnet werden („Kreise“ bei Google+). Familienmitglieder können eine Gruppe sein, Arbeitskollegen eine andere, die Gewerkschaftsgenossen eine dritte. Bei jeder Veröffentlichung einer Information kann dann festgelegt werden, welche Gruppe diese zu sehen bekommt, alle oder nur eine oder mehrere ausgewählte.

Veranstaltungen

Ein überlegter Umgang mit Freunde-Gruppen schützt auch vor Peinlichkeiten im Zusammenhang mit der Einladung zu Veranstaltungen über ein Soziales Netzwerk. Der Berichterstattung in den Medien zufolge sind diese eine Spezialität von Jugendlichen und Politikern: Eine „öffentliche“ Einladung bei Facebook ist eine Einladung nicht etwa an die „Öffentlichkeit“ der Freunde, sondern an die ganze Welt. Wenn über Facebook zu einer Parteiveranstaltung öffentlich eingeladen wird, ist jeder eingeladen, der diese liest. Das können dann auch mal 30.000 sein, obgleich der gemietete Saal höchstens 300 Menschen fasst.

- Fortsetzung folgt -

Die vernünftige Nutzung Sozialer Netzwerke (1)

Der ganz große Hype um Facebook scheint schon wieder abzuflauen, aber trotzdem werde ich fast täglich nach den Chancen und Risiken der Nutzung Sozialer Netzwerke gefragt. Daher habe ich die wesentlichen Hintergründe und Gebote hier in einer Übersicht zusammengestellt.

Erstens – Bezahlt wird mit Privatsphäre

Als erstes sollte man sich vergegenwärtigen, dass in einem Sozialen Netzwerk umsonst nicht umsonst ist. Zwar kann sich jeder und jede bei Facebook oder Google+ ein Profil anlegen (um nur die Bekanntesten zu nennen), ohne dafür Gebühren zahlen zu müssen. Bezahlt wird dennoch, bezahlt wird mit persönlichen Daten. Beispiel Facebook: Das Unternehmen soll demnächst mit ungefähr 100 Milliarden Dollar an die Börse gehen. Reichlich viel für eine Firma, die nichts produziert und überhaupt erst seit drei Jahren Gewinn abwirft. Diese Tatsache führt denn auch zum nächsten Gebot.

Zweitens – Seien Sie (daten-) sparsam

Alle Informationen, die Sie in Sozialen Netzwerken hinterlegen, werden von den Anbietern gespeichert, ausgewertet und zu Werbezwecken genutzt und vermutlich auch an andere Firmen verkauft. Je mehr Angaben Sie machen, desto lukrativer ist Ihr Profil. Das gilt nicht nur für Hobbies, Interessen, Vorlieben, sondern auch für „Gefällt mir“-Angaben, die Teilnahme an Gruppen, Spielen und das Hochladen von Fotos und überhaupt alle Angaben, die sich irgendwie kommerziell verwerten lassen – und das ist im Zweifel selbst die Postleitzahl. Wozu genau diese Informationen im Einzelnen genutzt werden und an wen sie übermittelt werden, gehört zu den gut gehüteten Geheimissen von Facebook und Co.

Drittens – Profile werden geplündert

Profile werden also geplündert. Die Plünderung durch die Werbeindustrie ist das eine, aber auch andere nutzen die Informationen, die wir über uns preisgeben. Kriminelle bedienen sich in den Profilen; Identitätsdiebstahl wird auf diese Weise vereinfacht. Für Personalverantwortliche ist es zur Regel geworden, in Sozialen Netzwerken über Bewerber zu recherchieren. Wer unter Hobbies „Kiffen“ eingetragen oder Fotos vom letzten Besäufnis veröffentlich hat, dürfte in vielen Unternehmen schlechte Chancen auf Einstellung haben.

Viertens – Das Internet vergisst nie

Es gibt einen weiteren Grund, in Sozialen Netzwerken datensparsam zu sein. Das Internet vergisst nie und es wird auch in Zukunft nicht vergessen. Forderungen nach einem „digitalen Radiergummi“ werden schöne Träume bleiben; sie sind technisch nicht realisierbar. Jeder Text, jedes Foto hinterlässt eine Spur, die auch nach Jahren noch auffindbar ist. Peinliche Selbstdarstellungen bleiben auf diese Weise ebenso erhalten wie brillante wissenschaftliche Abhandlungen. Zwar kann man einzelne Beiträge löschen, aber es ist kein Verlass darauf, dass diese nicht schon anders wohin kopiert wurden oder von den Anbietern der Netzwerke trotzdem noch vorgehalten werden.

- Fortsetzung folgt -

Facebook: Neue Nutzungsbedingungen überprüfen

 

 

 

 

 

Insbesondere die Datenschutzbeauftragten von Hamburg und Schleswig-Holstein haben sich schon länger über die Einführung neuer Nutzungsbestimmungen durch Facebook aufgeregt. Ich muss gestehen, dass ich etwas schulterzuckend darüber hinweg gegangen bin und dachte: The same procedure as everytime. Würde es doch bloß mehr Leute interessieren als nur die staatlich bestellten Datenschützer!

Dann kam ich heute über das Virtuelle Datenschutzbüro zu dieser Meldung von heise.de:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-muss-neue-Nutzungsbedingungen-ueberpruefen-1479259.html

Es interessiert also doch mehr Leute als oftmals gedacht, und Facebook kann nicht mehr einfach so, abseits von öffentlicher Aufmerksamkeit und ohne Widerspruch der Nutzer einseitig die Bedingungen ändern.

 

 

 

 

 

 

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