Eine nach Ansicht der Redaktion sehr lesenswerte Antwort auf Aussagen von Julia Schramm (siehe Interview “Datenschutz: Internet-Exhibitionisten “Spackeria”” vom 10.03.2011 mit SPIEGEL ONLINE) hat “Sponner” formuliert.
Quelle: http://juliaschramm.de/blog/uncategorized/zynismus-und-idealismus/#comment-196, 10.03.2011
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Schramm: Keine Macht den Datenschützern. Wir finden, dass die aktuelle Diskussion um den Schutz von Daten an der Realität vorbeigeht. Wir leben in einer vernetzten Welt, wo Privatsphäre durch das Internet nicht mehr möglich ist. Nun müssen wir sehen, wie wir damit umgehen.
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Keine Macht den Daten-Lobbyisten. Wir finden, dass das aktuelle Interview bzw. die Meinung von Fr. Schramm vollkommen an der Realität vorbeigeht. (und an Naivität kaum zu überbieten ist)
Privatsphäre im Internet ist sehr wohl, ohne Informatikstudium möglich.
Denn es ist (größtenteils) jedem selbst überlassen, wie viel er wo, mit welchem Wahrheitsgehalt, über sich preis gibt. “Man muss halt mal sehen (nachdenken) – wie man mit dem Medium Internet umgeht.”
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Schramm: Das ist zwar ein schöner Anspruch, aber meine Daten können mir nicht mehr gehören. Wir haben längst die Kontrolle darüber verloren. Ob wir es nun gut finden oder nicht: Privatsphäre ist sowas von Eighties. (lacht)
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Das ist zwar ein schöner Irrglaube, aber meine Daten gehören nach wie vor mir. Ich habe noch lange nicht die Kontrolle darüber verloren – ob Sie das nun gut finden oder nicht… aber ich weiß ja bereits: “Denken – sowas von Eighties” (lacht)
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Schramm: Wie denn? Der Aufwand, private Daten zu kontrollieren und zurückzuhalten, ist mittlerweile unverhältnismäßig hoch. Im Endeffekt können wir uns nicht dagegen wehren. Deswegen wollen wir eine Diskussion über Post-Privacy anstoßen, als Flucht nach vorne.
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Banale Antwort: “Einfachmal die Fresse halten.” (Zitat: Dieter Nuhr)
Der Aufwand, private Daten zu kontrollieren und zurückzuhalten, indem man nicht jedem alles auf die Nase bindet, 200 Statusmeldungen am Tag in die Welt bläst und nicht überall seine echten Daten angibt wo ein * ist – ist verhältnismäßig einfach. Im Endeffekt kann man sich super leicht dagegen wehren. Deswegen sollten wir eine Diskussion über “Intelligence-Internet-Using” anstoßen, als Flucht nach vorne.
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Schramm: Das ist erst mal eine Zustandsbeschreibung, wie der Begriff schon sagt, nach der Privatsphäre. Gleichzeitig ist es auch eine Utopie, die Idealvorstellung einer Gesellschaft, die Privatsphäre nicht mehr nötig hat, weil es keine Diskriminierung mehr gibt.
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“Intelligence-Internet-Using” ist erst mal eine Zustandsbeschreibung, wie der Begriff schon sagt, zu Erhaltung der Privatsphäre. Es ist keine Utopie, die ohne die Idealvorstellungen einer perfekten Gesellschaft auskommt, in der die Privatsphäre abgeschafft wird und ein totalitärer Staat errichtet werden kann.
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Schramm: Es mag dann zwar immer noch Platz für Privatspähre geben, im Sinne der Trennung Hannah Arendts von öffentlichem und privatem Raum. Aber sie wird nicht mehr als Schutz notwendig. Viele Datenschützer argumentieren ja mit wirtschaftlichen und staatlichen Repressionen, die drohen, wenn die eigenen Daten nicht genug geschützt sind. Außerdem glaube ich, dass der Wunsch nach dem Schutz der Privatsphäre eine Reaktion auf eine unsichere und potentiell gefährliche Umgebung ist.
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Es mag zwar Platz für gegensächliche Meinungen existieren, im Sinne der Meinungsfreiheit. Aber die Privatsphäre ist nach wie vor zum Schutz notwendig. Viele Datenschützer argumentieren genauso, weil sie die reale Geschichte einiger totalitärer Staaten kennen (Stichworte: DDR, Stasi), das war keine “Drohung” oder “Angst” sondern – nun kommts: REALITÄT!
Außerdem glaube ich, dass die Privatsphäre mich in der Tat vor dieser unsicheren und definitiv gefährlichen Umgebung schützt. (aber, geben sie ihren Wohnort ruhig den freigelassenen EU-Vergewaltigern preis, soll nicht mein Problem sein)
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Schramm: Im Internet ist es eben vorbei mit der Privatsphäre, darüber sollte man sich klar sein. Schon der Begriff Datenschutz gaukelt eine falsche Sicherheit vor, die es praktisch nicht mehr gibt. Die einzige Alternative ist, anonym zu surfen.
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Im Internet ist eben bei den Meisten vorbei – mit gesundem Menschenverstand. Darüber sollte man sich klar sein. Schon der Begriff “Verstand” gaukelt eine falsche Intelligenz vor, die es praktisch nicht mehr gibt. Die Einzige Alternative ist – sich GEDANKEN zu machen.
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Schramm: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich im Gegenzug auch viel zurückbekomme, neue Freundschaften, Anregungen, Unterstützung. Einige Freunde haben mir gesagt, dass ich nicht über sie schreiben soll, das respektiere ich natürlich. Und ich muss mit den Konsequenzen rechnen: Wenn ich mich irgendwo bewerbe, kann mein Chef mit Google sofort herausfinden, dass ich für die Piratenpartei bei einer Wahl angetreten bin.
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Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich im Gegenzug AUCH viel zurückbekomme, dubiose “Freundschaften”, SPAM, Sexmails, Penisverlängerungswerbung alles Anregungen und Unterstützung – je nach Auslegung. Ein Glück, das ihre Freunde noch selbstständig denken und gut das sie das respektieren. Ein Anfang. Mit dem letzten Satz, haben sie Recht. Ob das nun ihr Vor- oder Nachteil ist, wird sich in der Künftigen Jobsuche zeigen… aber vergessen sie bitte auch nicht all die negativen Kommentare, die nun mit ihrem Namen für immer verbunden sind.
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Schramm: Privatsphäre ist auch der Ort, wo Ehemänner ihre Frauen schlagen. Aber wir wollen auch keinen anarchistischen Zustand, in dem es überhaupt keine Privatsphäre mehr gibt. Es muss schon noch Einschränkungen geben
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Das exhibitionistische Internet ist auch der Ort, wo Se*videos von “naiven Freundinnen” veröffentlich werden, die glauben ihr Freund will das Se*video nur für den “Privatgebrauch” drehen… oder Kinderp*rnos straffrei getauscht werden. Da muss es schon noch Einschränkungen der (zumindest meiner) Privatdaten geben! Denn ich will das peinliche Fotos / Videos von mir – auch bei mir bleiben. Der einfachste Weg dazu: Ich behalte sie für mich.
Bis dahin gilt ein Spruch, den ein Spon-Forist gepostet hat – und den ich sehr zutreffend finde:
“Stop the pain, use your brain!
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