Datenverluste im Sommer 2012

Wenn das Wetter in diesem Sommer anderswo genauso scheußlich ist wie in Hamburg, scheint hacken und Datendiebstahl für manche Leute offenbar eine Alternative zum Ausflug ins Freibad zu sein. Oder wie sonst ist die Häufung von Vorfällen zu erklären, bei denen mehrere große Webseiten gehackt und teilweise umfangreiche Datenbestände entwendet wurden? Betroffen sind allein in den letzten zehn Tagen u.a. der Voice-over-IP-Dienst Yahoo Voice, der Mail-Provider GMX, AndroidForums.com und der Grafikkartenhersteller Nvidia.

Mail Adressen und Passwörter

Eine Textdatei mit über 450.000 E-Mail-Adressen und unverschlüsselten Passwörtern kam dem VoIP-Dienst Yahoo Voice abhanden, bei GMX wurden nach eigenen Angaben von GMX etwa 3.000 E-Mail-Konten geknackt. Die Benutzernamen und Passwörter wurden jedoch nicht, wie anfänglich vermutet, durch einen Brute-Force-Angriff erraten, sondern waren den Hackern schlicht bekannt. Wie das wiederum passieren konnte, ist noch unklar.

Passwort Hashes

Am vergangenen Dienstag teilte AndroidForums.com seinen Mitgliedern mit, dass in ihre Server eingebrochen und auf Datenbestände zugegriffen wurde. Es sei nicht auszuschließen, dass die Einbrecher sämtliche E-Mail-Adressen und die „gesalzenen Passwort-Hashes“ entwendet hätten.

Im Netz veröffentlicht

Der Grafikkartenhersteller Nvidia schließlich erklärte gegenüber heise online, dass Dritte auf die persönlichen Informationen von rund 290.000 Nutzern im Hauptforum und von zirka 100.000 Mitgliedern aus dem Entwicklerbereich zugreifen konnten. Auch hier konnten die Angreifer an die E-Mail-Adressen und die Passwort-Hashes gelangen. Wie auch im Fall von GMX wurden Teile der gestohlenen Nutzerdaten im Internet veröffentlicht.

Im Angebot: Datenschutzdienstleistungen und Viagra

Unsere Firmenwebseite traf es vor einer Woche ebenfalls. Irgendjemand, der der deutschen Sprache nur rudimentär mächtig war (oder vorgab zu sein), fügte unserer Unternehmensdarstellung einen Absatz hinzu. Hier könne man auch Viagra kaufen.  “Je bekannter eine Seite wird, desto höher wird das Risiko eines Angriffs”, versuchte mein PR-Chef mich über den Schreck hinweg zu trösten. Und: Hier sei wohl eher ein Scherzbold am Werk gewesen, denn ein Krimineller. Anders als für die großen Firmen hielt sich für uns der Schaden daher auch in Grenzen.

Links mit weiteren Details:

http://www.heise.de/security/meldung/Weitere-1-4-Millionen-Datensaetze-kompromittiert-1640663.html

http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2012-07/gmx-passwort-account/komplettansicht

http://www.heise.de/security/meldung/Nvidia-Hacker-veroeffentlichen-auszugsweise-Nutzerdaten-1641556.html

http://www.datenschutz.de/news/detail/?nid=5447
 

CCC-Analyse des Staatstrojaners – Programmierter Verfassungsbruch

Quelle: SPIEGEL ONLINE, 09.10.2011

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,790768,00.html

Von Christian Stöcker

Die Analyse staatlicher Überwachungssoftware durch den Chaos Computer Club hat Erschreckendes zutage gefördert: Die eigentlich nur zur Überwachung von Kommunikation gedachte Software erlaubt einen Vollzugriff auf den Rechner des Betroffenen. Das aber hat das Bundesverfassungsgericht untersagt.

Hamburg – Die Hacker vom Chaos Computer Club konnten sich ein bisschen beißenden Spott über die Autoren des nun analysierten Stücks Überwachungssoftware nicht verkneifen: “Wir sind hocherfreut, dass sich für die moralisch fragwürdige Tätigkeit der Programmierung der Computerwanze kein fähiger Experte gewinnen ließ”, heißt es in einem 20-seitigen Dokument, das der Computerclub nun veröffentlichte.

Erschütternd ist offenbar nicht nur die Qualität des Codes, erschütternd sind vor allem die Konsequenzen für den deutschen Rechtsstaat. Wenn stimmt, was der CCC in seiner Analyse und einer begleitenden Pressemitteilung beschreibt, wenn stimmt, was CCC-Sprecher Frank Rieger in der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” erläutert, dann handelt es sich bei dem nun enttarnten Bundestrojaner um ein Stück Software mit eingebautem Verfassungsbruch. Denn die Software enthält Funktionen, die das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe explizit verboten hat. Funktionen, die es erlauben würden, einen befallenen Rechner mit einem zusätzlichen Arbeitsschritt fernzusteuern, darauf beliebige Dateien abzulegen, ihn in seiner Gesamtheit zu durchsuchen, ihn als audiovisuelle Überwachungswanze im innersten Lebensbereich des Betroffenen in Betrieb zu nehmen.

Tür aufbrechen und dann weit offenstehen lassen

Schlimmer noch: Diese Funktionen ließen sich auch von halbwegs gut informierten Außenstehenden kapern und benutzen, denn sie sind unzureichend abgesichert. Der Trojaner bricht gewissermaßen die Tür zum digitalen Heim des Überwachten auf – und lässt sie dann, als Einladung für Einbrecher, weit offenstehen.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hat bereits auf die Enthüllungen reagiert. Es sei “mehr als beunruhigend, dass die berechtigten technischen Argumente der Beschwerdeführer in der Klage gegen die Online-Durchsuchung vor dem Bundesverfassungsgericht jetzt bestätigt werden”. Das Bundesinnenministerium hat zu dem Fall bislang keine Stellung bezogen.

Die Frage ist nun, wer dafür gesorgt hat, dass der Trojaner kann, was er nicht dürfte: Nur die Autoren der Software oder die Strafverfolger, die sie in Auftrag gegeben haben? Die Entschlüsselung des Stückchens Software zur Telekommunikationsüberwachung könnte sich zu einem politischen Skandal entwickeln.

An der Echtheit der Software zweifeln zumindest die CCC-Autoren nicht: Sie haben mehrere Versionen des Schnüffelprogramms, die von Festplatten aus dem Besitz von mehreren Betroffenen stammen sollen. Die Festplatten stammen von verschiedenen Quellen, die darauf gefundenen Software-Versionen unterschieden sich aber nur “in winzigen Details”, so CCC-Sprecher Rieger zu SPIEGEL ONLINE. Der zum Verschlüsseln benutzte Schlüssel war überall der gleiche – allein das ist ein Sicherheits-Fauxpas erster Güte. Die analysierten Festplatten stammen aus mindestens zwei unterschiedlichen Bundesländern – es sieht also aus, als bezögen die Ermittler in verschiedenen Ländern ihre Werkzeuge aus der gleichen Hand. Die dem CCC vorliegende Software ist auf Windows-Rechner ausgerichtet.

Der Virensoftware-Hersteller F-Secure hat den Trojaner ebenfalls analysiert und ihm die Bezeichnung “Backdoor:W32/R2D2.A” zugewiesen. R2D2 deshalb, weil einer der Entwickler des Schnüffelprogramms offenbar die Bezeichnungen von drei “Star Wars”-Androiden im Code untergebracht hat: C3PO, R2D2 und POE.

Klare Einschränkungen aus Karlsruhe

Die Verfassungsrichter in Karlsruhe urteilten im Februar 2008: “Die heimliche Infiltration eines informationstechnischen Systems, mittels derer die Nutzung des Systems überwacht und seine Speichermedien ausgelesen werden können, ist verfassungsrechtlich nur zulässig, wenn tatsächliche Anhaltspunkte einer konkreten Gefahr für ein überragend wichtiges Rechtsgut bestehen.” Also bei Gefahr für “Leib, Leben und Freiheit der Person oder solche Güter der Allgemeinheit, deren Bedrohung die Grundlagen oder den Bestand des Staates oder die Grundlagen der Existenz der Menschen berührt”. Mit diesem wurde die heimliche Online-Durchsuchung von Computern, also der Einsatz des sogenannten Bundestrojaners, erheblich eingeschränkt.

Weil solche Gefahren im Alltag der Strafverfolger eher selten vorkommen, man aber trotzdem gerne computergestützte Kommunikation abhören können wollte, in Analogie zur Telefonüberwachung, hatten deutsche Sicherheitspolitiker schon vorher eine Hilfskonstruktion ersonnen: die sogenannte Quellen-Telekommunikationsüberwachung (Quellen-TKÜ). Die Idee ist folgende: Weil Computerkommunikation, etwa über Chat- oder Voice-over-IP-Programme wie Skype, oft verschlüsselt abläuft, muss man eben direkt an der Quelle lauschen, wo noch nichts verschlüsselt ist – was von manchen Juristen schon als per se fragwürdig betrachtet wird. Dazu wird eine Art Bundestrojaner light eingesetzt, der eigentlich eben nur mithören oder aufzeichnen soll, was auf dem Rechner des Überwachten an Kommunikation abläuft. Sonst nichts. Schon 2007 antwortete die damalige Bundesregierung auf eine entsprechende Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion: “Die zur Durchführung der Quellen-TKÜ genutzte Software war programmtechnisch so programmiert, dass lediglich auf die vom Beschluss umfassten Audiodaten zugegriffen werden konnte. Eine Änderung der einmal installierten Software war zum einen aus den oben genannten programmtechnischen Gründen und zum anderen infolge der fehlenden Online-Zugriffsfähigkeit auf diese Software nicht möglich.”

Das gilt für die vermutlich neue, nun analysierte Software definitiv nicht. Der CCC spricht von einem “klaren Verfassungsbruch”.

Die besonders kritischen Funktionen waren notdürftig verschleiert

Den CCC-Autoren zufolge enthält sie diverse Möglichkeiten, die das Verfassungsgericht explizit untersagt habe. Mit einfachen Mitteln ließe sich weitere Software nachladen, die beispielsweise Mikrofon und Kamera des befallenen Rechners zur Raumüberwachung einsetzbar machen könnte. Dass das rechtlich nicht in Ordnung ist, sei den Software-Autoren wohl bewusst gewesen, schreibt CCC-Sprecher Frank Rieger in der “FAS”: “Die Auftraggeber und Programmierer des Trojaners waren sich anscheinend des massiven verfassungsrechtlichen Verstoßes bewusst und versuchten, ihr Vorgehen zu vertuschen.” Die entsprechenden Funktionen seien im Softwarecode wie Puzzleteile verteilt gewesen und hätten sich erst auf Kommando aus der Ferne wieder zusammengefügt. Man könne das Vorgehen “mit dem Einschmuggeln einer in Einzelteile zerlegten Pistole vergleichen”, so Rieger.

Schlimmer noch: Gerade diese Funktion, die das Nachladen von zusätzlicher Software und damit im Endeffekt die vollständige Fernsteuerung des befallenen Rechners erlaube, sei gegen Zugriffe von außen nicht ausreichend geschützt. Im Klartext: Wer das Programm kennt, könnte sich mit einfachen Mitteln Zugriff darauf verschaffen und dann Beliebiges mit allen damit infizierten Rechnern anstellen. Beispielsweise Daten darauf platzieren (man denke etwa an Kinderpornografie zur Inkriminierung des Betroffenen) oder die Kamera und das Mikrofon des Geräts fernbedienen und es damit als perfekte Wanze benutzen. Dass “diese Funktion nicht einmal rudimentär gegen einen Missbrauch durch Dritte gesichert ist, bestätigt die schlimmsten Szenarien”, schreibt Frank Rieger.

Die Software leite ihre Beute außerdem über einen Command-and-Control-Server in den USA (C+C). So würden “möglicherweise sensible Daten ausgespähter deutscher Bürger und Firmen durch die Netzwerke eines Landes geleitet”, das “aktiv Wirtschaftsspionage in Deutschland betreibt”, befürchten die Autoren.

Zudem, so der CCC, erlaube die Software das Anfertigen von Screenshots. Das aber gehe über die gesetzlich vorgesehene Quellen-TKÜ hinaus, denn nicht jede E-Mail, die verfasst werde, werde auch in gleicher Form abgeschickt, außerdem könnten dabei auch andere Aktivitäten auf dem Rechner – etwa parallel geöffnete Browser-Fenster – mitfotografiert werden: “Alles, was im aktiven Bildschirmfenster passiert, zu Kommunikation umzudefinieren und dann mit einer ‘Quellen-TKÜ’ abzugreifen, sollte auch intellektuell weniger Begabten als dreiste Nummer ins Auge fallen”, ätzen die Autoren vom CCC.

“FAZ”-Mitherausgeber Frank Schirrmacher ließ in der “FAS” auf fünf Seiten den vom CCC rekonstruierten, für jeden Laien unverständlichen Code abdrucken, “um den neuen Analphabetismus der Freiheit anschaulich zu machen”. Schirrmacher kommentierte, die Software erlaube eine Überwachung des Denkens des jeweiligen Nutzers: “Niemals verschickte Mails, digitale Selbstgespräche. Was hier technologisch geschieht, ist wirklich das nackte Grauen.”

Computersicherheit – Unverschlüsselte Passwörter: Massives Datenleck alarmiert Web-Firma Hetzner

Quelle: SPIEGEL ONLINE, 08.10.2011

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,790666,00.html

 

Bei der Hetzner Online AG, Spezialist für Web-Hosting, gab es über Monate ein massives Sicherheitsproblem. Nach Informationen des SPIEGEL waren hochsensible Daten des Unternehmens und von dessen Kunden leicht zugänglich. Listen mit Passwörtern blieben sogar unverschlüsselt.

 

Hamburg – Einer der größten deutschen Webhoster und Betreiber von Rechenzentren, das bayerische Unternehmen Hetzner Online AG, hatte über Wochen und Monate hinweg offenbar ein massives Sicherheitsproblem auf seinen Rechnern. Computerspezialisten konnten mit relativ einfachen Mitteln auf die Daten von Hetzner und Tausenden Kunden zugreifen.

 

Dem SPIEGEL liegen Datenproben vor, die belegen, dass Kundendaten, E-Mail-Korrespondenz und Bankverbindungen zugänglich waren. Selbst hochsensibler Schriftverkehr mit Polizeibehörden und Listen mit Passwörtern für diverse weitere Server des Unternehmens lagen teilweise unverschlüsselt auf den zugänglichen Rechnern.

 

Nachdem der SPIEGEL das Unternehmen am Mittwoch auf die Datenlücke aufmerksam gemacht hatte, forderte Hetzner Tausende Kunden per Brandbrief auf, ihr Passwort zu ändern. Geschäftsführer Martin Hetzner versicherte, dass eine bekannte Lücke inzwischen geschlossen sei und man daran arbeite, mögliche weitere Schwachstellen zu eliminieren.

 

Entdeckt wurde das Sicherheitsproblem von dem Mainzer Medienunternehmer Tobias Huch, der bereits vor drei Jahren in einer anderen Datenaffäre eine maßgebliche Rolle gespielt hatte. Huch hatte zuvor rund 17 Millionen Kundendaten der Telekom im Internet aufgespürt.

 

Den Fall Hetzner schätzt Huch sogar noch größer ein, weil neben den direkten Hetzner-Kunden, zu denen laut Referenzliste Unternehmen wie Sony, Buch.de oder der Internetreiseveranstalter Opodo gehören, auch deren Kunden betroffen sein könnten.

 

Die Hetzner Online AG gehört zu den größten Webhostern in Deutschland. Sie stellt Großkunden und Privatleuten Internetpräsenzen, Rechner und spezielle Programme zur Verfügung, mit denen sie dann auf relativ einfache Weise Internetgeschäfte abwickeln oder Inhalte präsentieren können.

 

Cyber-Kriminalität: US-Firma will größte Hacker-Attacke der Geschichte entdeckt haben

Quelle: sueddeutsche.de, 03.08.2011

Die Liste der Opfer ist lang: Ein Anbieter von PC-Sicherheitssoftware will eine historisch einmalige Serie von Hacker-Angriffen entdeckt haben. Mehr als 70 Staaten, Firmen und internationale Organisationen seien betroffen, teilte die US-Firma McAfee mit – darunter die USA, die Vereinten Nationen und das Internationale Olympische Komitee. Auch ein Verdächtiger ist bereits ausgemacht.

Sicherheitsexperten wollen die bislang größte Serie von Hacker-Angriffen entdeckt haben. 72 Regierungen, Firmen und Einrichtungen wie die Vereinten Nationen (UN) seien betroffen, schreibt die US-Softwarefirma McAfee in einem 14-seitigen Bericht (pdf hier).

Wer hinter dem illegalen Zugriff auf sensible Daten steckt, teilte die Firma nicht mit. Es sei aber davon auszugehen, dass es sich um ein Land handele. Aus Sicherheitskreisen der Firma verlautete, die Beweise deuteten auf China.

Die Liste der Opfer ist den Angaben nach lang: Die Regierungen der USA, Taiwan, Indien, Südkoreas, Vietnams und Kanada zählen ebenso dazu wie das Internationale Olympische Komitee oder die Vereinten Nationen und Firmen verschiedenster Branchen, unter anderem eine deutsche Buchhaltungsfirma und Presseberichten zufolge auch die Nachrichtenagentur AP, deren Hauptquartier in New York ebenso wie ein Büro in Hongkong ausgspäht worden sein soll. Die Angriffe sollen insgesamt über fünf Jahre hinweg stattgefunden haben, berichtete der britische Guardian.

Im Fall der UN sollen die Hacker demnach 2008 in das Computersystem in Genf eingebrochen sein – und sich dort fast zwei Jahre lang versteckt haben. In dieser Zeit sollen sie unzählige geheime Daten durchkämmt haben.

“Sogar wir waren überrascht von der enormen Vielfalt der betroffenen Organisationen und überrascht von der Dreistigkeit der Eindringlinge”, heißt es dem Guardian zufolge in dem Bericht. Was mit all diesen Daten geschehe, sei immer noch weitgehend unklar. “Doch wenn nur ein Bruchteil davon dazu genutzt wird, um wettbewerbsfähigere Produkte zu erstellen oder einen Wettbewerber bei Schlüsselverhandlungen zu schlagen, bedeutet der Verlust eine massive wirtschaftliche Bedrohung”, heißt es weiter in dem Bericht.

McAfee entdeckte das Ausmaß des Hackerangriffs im März diesen Jahres – und informierte Jim Lewis, einen Cyber-Experten des Centre for Strategic and International Studies, über den Fall. Dieser sagte der Zeitung zufolge, es sei sehr wahrscheinlich, dass China hinter den Angriffen stünde, da einige Ziele Informationen enthielten, die speziell für Peking von Interesse seien, so zum Beispiel die Systeme des IOC im Vorfeld der Olympischen Spiele in Peking im Jahr 2008.

“Alles weist auf China hin”

“Alles weist auf China hin. Es könnten auch die Russen sein, aber es weist mehr auf China hin”, sagte Lewis demnach. Auch die USA und Großbritannien hätten zwar die Fähigkeit, solche Angriffe durchzuführen. Doch sei es unwahrscheinlich, dass sie sich gegenseitig ausspionieren würden.

McAfee hatte sich nach eigenen Angaben einen Zugang zu Datenprotokollen (Logs) des zentralen Servers der Angreifer verschafft, von dem aus die Attacken seit 2006 über zahlreiche weitere Computer gesteuert worden seien, schrieb McAfee-Experte Dmitri Alperovitch im Blog des Sicherheitsunternehmens. “Was mit all diesen Daten geschehen ist – die den Umfang von Petabytes erreichen – ist noch weitgehend eine offene Frage.”

McAfee bezeichnete den ermittelten Datendiebstahl im großen Stil als “Operation Shady RAT” (Operation Zwielichtige Ratte), wobei RAT für “Remote Access Tool” (Werkzeug für den Fernzugriff)

Netzlink Informationstechnik: IT-Security, Datenschutz, oder beides oder was???

Quelle: All About Security, 25.07.2011

Natürlich hinken Hersteller und Dienstleister teilweise hinterher, wenn es um Know-how Vergleiche zur Hackerszene geht.

IT-Security, Datenschutz, oder beides oder was???

Ehrlich betrachtet besteht unserer Ansicht nach in vielen Unternehmen eine große Unsicherheit zum Thema IT-Security. Häufig wird unserer Erfahrung nach auch der Zusammenhang zwischen Datenschutz und IT-Sicherheit nicht oder nur in Teilen hergestellt. In der Regel verliert man sich in Allgemeinheiten wie “Datenschutz ist bei uns inzwischen Chefsache”, “unsere IT-Sicherheitsrichtlinie wird permanent auditiert” oder “wir haben festgestellt, dass unsere Daten nicht besonders schützenswert sind”. Unsere – zugegebenermaßen etwas spitze – Gegenfrage heißt dann oft: Welches Risikomanagement betreiben Sie denn?

Natürlich hinken auch Hersteller und Dienstleister teilweise hinterher, wenn es um Know-how Vergleiche zur Hackerszene geht. Das ist auch leicht zu erklären, denn in der Regel bewegt sich ein Sicherheitsunternehmen innerhalb definierter Bahnen. Die Unternehmensstrategie eines Herstellers oder Resellers von IT-Security-Lösungen orientiert sich natürlich auch an der Entwicklung der Sicherheitsanforderungen, ist aber eben auch abhängig von marktwirtschaftlichen Einflüssen. Die “Gegenseite” zeigt sich dynamisch, manchmal auch schwammig. Den einzelnen, frei agierenden Hacker gibt es zwar auch, die eigentliche Bedrohung geht aber von Hacker-Netzwerken aus.

Es gibt keine Geheimwaffe, um sich gegen Spionage und Hackerangriffe zu schützen. Um einer ernsthaften Bedrohung zu begegnen, muss klar sein, welche Bedeutung die Infrastruktur und die in der IT verarbeiteten Daten für ein Unternehmen oder eine Behörde haben. Und hier fehlt den meisten der richtige Ansatz: Risikomanagement.

Als Betreiber einer IT, sei es in meiner eigenen kleinen Umgebung mit ein, zwei Servern oder einem Rechenzentrum, muss ich meine Prozesse betrachten und mir einige Fragen stellen:

  • In welchem Prozess werden Daten verarbeitet?
  • Wie klassifiziere ich diese Daten (geschäftskritisch, personenbezogen, besonders schützenswert)?
  • Wer kann ein Interesse daran haben, diese Daten ebenfalls zu besitzen?
  • Muss ich diese Daten unbedingt verarbeiten?
  • Wie laufen die Daten durch meine Infrastruktur?
  • Gibt es Medienbrüche (elektronisch zu Papier oder umgekehrt etc.)?
  • Wer hat an welcher Stelle Zugriff auf diese Daten?
  • Warum erlaube ich diese Zugriffe?

Wenn Sie diese Fragen zufriedenstellend beantworten können, haben Sie die Grundlage für ein Risikomanagement. Sie können jetzt planen, welchen Aufwand Sie für den Schutz welcher Daten betreiben wollen und können. Sie werden feststellen, dass Sie auf diesem Weg auch wesentlich mehr Klarheit über die Bedeutung Ihrer IT-Umgebung erhalten. Beziehen Sie in Ihre Überlegungen auch immer die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kolleginnen und Kollegen, Führungskräfte und Dienstleister ein! Lassen Sie sich helfen, überspringen Sie die Hürden der Betriebsblindheit (und die gibt es!), holen Sie sich Rat in Bezug auf gesetzliche Anforderungen und bei der Auswahl von Sicherheitslösungen.

Transparenz über die Risiken und klare Kommunikation im Unternehmen sind die wichtigsten Maßnahmen zu mehr Datensicherheit. Scheuen Sie sich nicht, sich dem Thema zu stellen. Ermitteln Sie Ihr Risiko und schützen Sie sich dann mit besten Mitteln!

Bei der Auswahl dieser Mittel stehen Sie vor einer unglaublichen Auswahl an Möglichkeiten. Wenn Sie sich schon intensiver mit der Materie auseinandergesetzt haben, kennen Sie die verschiedenen Ansätze der Hersteller ja. Ob es nun die “best of breed” Strategie (für jeden Teilbereich der vermeintlich Beste) oder die Komplettlösung eines Herstellers ist: sie muss beherrschbar sein. Und darin liegt heute die größte Herausforderung beim Management der IT-Security. Wenn Sie die Vorarbeit geleistet, ein Risikomanagement implementiert, Ihr Unternehmen gebrieft, die Lösungen ausgewählt und installiert haben, müssen Sie mit dem ganzen auch noch klarkommen. Unterschätzen Sie nicht den Aufwand im Betrieb der Lösungen. Etliche Unternehmen stellen erst nach einem Event fest, dass die Verwaltungskonsole des Virenscanners schon seit Wochen veraltete Stände auf irgendwelchen Laptops ausweist. Das liegt daran, dass zwar die Lösung vorhanden, der Prozess aber keineswegs etabliert ist.

Achten Sie also bei der Auswahl der Lösungen darauf, dass diese in Ihre Überwachungsmechanismen integriert werden kann. Denn nichts ist schwieriger, als neue Prozesse auszurollen. Eine vielfältige Quelle, um den geneigten Administrator zu verwirren, bieten die Hersteller auch in der Auswahl der Begriffe und Abkürzungen für Ihre Produkte und Lösungen. Sie werden feststellen, dass keineswegs jeder ein und das Selbe unter einer Web Application Firewall versteht. Letztendlich muss Ihnen der Dienstleister erklären können, an welcher Stelle das empfohlene Produkt in Ihr Risikomanagement passt.

Die Aussichten für die Zukunft sind düster, da müssen wir uns nichts vormachen. Wir können eine gepflegte Paranoia an den Tag legen, die ständig durch Nachrichten über neue Datenlecks genährt wird. Wir können auch ignorant unsere persönlichen Daten bei jeder Postkartenaktion verstreuen (nach dem Motto, die wissen ja eh schon alles über mich). Oder aber: Seien Sie sensibel genug, um eine gewisse Datensparsamkeit an den Tag zu legen. Nutzen Sie aufgeklärt Social Networks, denken Sie an die Risiken aber auch daran, dass kein Weg am Fortschritt vorbei führt. Wenn Sie für die Datensicherheit in Ihrem Unternehmen verantwortlich sind, nehmen Sie diese Verantwortung auch an. Optimieren Sie Ihre Umgebung und Ihre Prozesse so weit, wie Sie es für richtig erachten. Bleiben Sie am Ball, Datenschutz ist ein durchaus lebendiges Thema!

Autorin: Dipl.-Ing. (FH) Silke Jacob, System Engineer/Technische Sachverständige Datenschutz & Datensicherheit, Netzlink Informationstechnik GmbH

Google gegen Facebook – Ungleicher Kampf im sozialen Netz

Quelle: Handelsblatt,19.07.2011

Die Hacker-Gruppe Anonymous will ein soziales Netzwerk starten. Fürchten muss Platzhirsch Facebook die Plattform der Anonymen nicht. Ein anderer Konkurrent könnte dem Zuckerberg-Imperium schon eher gefährlich werden.

DüsseldorfNach Google startet nun auch die Hacker-Gruppe Anonymous ein eigenes soziales Netzwerk. Das Netzwerk Anonplus soll im Gegensatz zu Facebook und Google+ anonym und ohne jegliche Zensur genutzt werden können. Nachdem das Profil von Anonymous bei Google+ gelöscht wurde, entschlossen sich die Hacker, selbst zur Tat zu schreiten – mit einem Netzwerk, das künftig auch normalen Nutzern offen stehen soll.

Eine echte Gefahr für die Facebook-Dominanz ist das natürlich nicht, ebenso wenig wie das nicht-kommerzielle Diaspora-Projekt. Einzig Google+ wird derzeit eine realistische Chance eingeräumt, das Quasi-Monopol von Facebook mittelfristig brechen zu können. Der Suchmaschinengigant hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er sich auch gegen starken Widerstand durchsetzen kann – zuletzt beim Projekt Google Street View.

Dabei sah es lange so aus, als könne dem Platzhirschen bei den sozialen Netzwerken niemand mehr Konkurrenz machen. Die einst zahlreichen Facebook-Konkurrenten – vom deutschen Klon StudiVZ bis zum international ehemals großem MySpace – wurden nach und nach in die Ecke gedrängt.

Schon zehn Millionen Nutzer bei Google+

Google+ hingegen konnte schon in den ersten Wochen nach dem Start viele experimentierfreudige Nutzer gewinnen. Bei der Vorstellung der jüngsten Quartalszahlen präsentierte Google erstmals Zahlen: Demnach hat Google+ bislang zehn Millionen Nutzer gewinnen können – angesichts des Starts vor wenigen Wochen und einer immer noch laufenden Testphase ein Achtungserfolg.

Auf Augenhöhe mit Facebook ist Google+ damit noch lange nicht: Mehr als 750 Millionen Nutzer haben sich dort inzwischen weltweit angemeldet. Doch immerhin ist Googles zweiter Anlauf ins soziale Web schon deutlich erfolgreicher als der erste Versuch mit dem glorreich gescheiterten Netzwerk Google Buzz.

Der Erfolg hat gute Gründe. Denn anders als bei Buzz, das als technisch kompliziert galt und in ungünstiger Weise mit anderen Google-Diensten verwoben war, hat der Suchmaschinenriese mit Google+ tatsächlich ein Defizit von Facebook erkannt und auf sehr elegante Weise gelöst.

Facebooks Problem: Alle Freunde sind gleich

Denn bei Facebook sind alle Freunde gleich. Für das Teilen von Informationen auf der Pinnwand des Facebook-Profils wird das zum Problem, wenn sich unter den Freunden Personen befinden, die nicht unbedingt alles wissen sollten. Der eigene Chef braucht ja nicht unbedingt die Bilder von der letzten feucht-fröhlichen Party zu sehen – um nur ein Beispiel zu nennen.

Bei Google+ ist dieses Problem durch die Circles (Kreise) gelöst: Die eigenen Bekannten werden einfach in frei benennbare Circles sortiert, denen unterschiedliche Zugriffsfreiheiten auf die eigenen Daten eingeräumt werden können. Der Nutzer behält so die Freiheit, Nachrichten, Bilder oder Links mit der gesamten Öffentlichkeit oder nur mit bestimmten Circles zu teilen.

Männliche Programmierer dominieren Google+

Doch trotz aller Euphorie der Anfangsmomente, Google+ ist längst noch nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das belegen zum Beispiel Zahlen der Website SocialStatistics, wonach 86,8 Prozent der bei Google+ angemeldeten Nutzer Männer sind. Konkurrent Facebook spiegelt mit einer fast ausgeglichen Geschlechterquote die Nutzer-Wirklichkeit im Internet deutlich genauer wider.

Auch bei den Berufen der Google+-Nutzer zeigt sich die Schieflage: Laut einer Analyse der Website FindPeopleOnPlus sind 60 Prozent der Nutzer Programmierer. Kein Wunder also, dass das Internet voll von Nachrichten rund um Google+ ist – die breite Masse der Web-User hat der Konzern damit noch lange nicht in sein Netzwerk gelockt.

Noch muss Facebook den Konkurrenten also nicht direkt fürchten. Zumal der Netzwerkeffekt für den Platzhirschen spricht: Je größer das Netzwerk, desto größer auch die Wahrscheinlichkeit, dass neue Nutzer genau dorthin gehen, weil sie viele Kontakte finden. Was wiederum das Netzwerk vergrößert und damit die Attraktivität erneut steigert. – Ein Kreislauf, der sich ständig selbst verstärkt.

Natürlich wird Google nichts unversucht lassen, weitere Nutzer in das Netzwerk zu locken. Der frühere Google-Chef Eric Schmidt hatte einst eingeräumt, dass das Unternehmen nicht schnell genug auf die Bedrohung durch Facebook reagiert habe. Sein Nachfolger, Google-Mitgründer Larry Page, hat nun den Aufbau eines sozialen Netzwerks zur Priorität erklärt.

Es geht um Googles Zukunft

Es geht dabei auch um die Zukunft des Online-Werbegeschäfts – ein Markt, den Google mit seiner konkurrenzlosen Suchmaschine praktisch beherrscht. Das Geschäft des soziales Webs ist dabei für Google gleich aus mehreren Gründen wertvoll: Erstens verbringen Nutzer immer mehr Internet-Zeit in sozialen Netzwerken, die damit für Werbekunden attraktiver werden. Laut Zahlen der Marketing-Spezialisten von BTG Digital sind die Preise für Facebook-Werbung zuletzt regelrecht explodiert: Im Laufe des Jahres 2010 stiegen die Umsätze pro Klick um 74 Prozent.

Zweitens sind die Vorlieben, die Nutzer in sozialen Netzwerken preisgeben, für gezielte Werbung von großem Wert. Jüngst berichtete das Fachmagazin “AdAge”, Google arbeite an einem Werbe-System namens DDP, das den Werbekunden erlaube, Online-Werbung zielgerichtet an den Interessen der Nutzer auszurichten.

Darüber hinaus sind die Daten von sozialen Medien aber auch für Googles Kerngeschäft – die Websuchmaschine – extrem wertvoll. So lassen sich Suchergebnisse individuell für einen Nutzer optimieren, wenn dessen Vorlieben anhand der Empfehlungen von Freunden fassbar werden. Microsofts Suchmaschine Bing nutzt für die Suchoptimierung bereits seit längerem Daten von Facebook.

Dass Google dem Konkurrenten aus Redmond diesen Bereich des eigenen Kerngeschäfts nicht kampflos überlassen möchte, leuchtet ein. Danny Sullivan, Suchmaschinenexperte und Chefredakteur des Blogs Search Engine Land, bringt es auf den Punkt: Die Entwicklung eines eigenen sozialen Netzwerks sei für Google eine Art Lebensversicherung.

Datenschutz – Hackerangriff auf US-Bank Citigroup

Quelle: focus.de, 09.06.2011

Bei der US-amerikanischen Bank Citigroup haben sich Hacker Zugang zu Kundendaten von Kreditkartenkunden verschafft. Insgesamt sollen rund ein Prozent der Kunden in den USA betroffen sein. Der Angriff sei “kürzlich” während einer Routinekontrolle entdeckt worden.

Hongkong – Auch bei der US-Bank Citigroup haben sich Hacker Zugang zu Kundendaten verschafft. Sie spähten Daten der Kreditkartenkunden der Bank aus, wie das Institut am Donnerstag mitteilte. Betroffen seien etwa ein Prozent der Kunden in den USA.

Eine Sprecherin der Bank in Hongkong nannte keine Zahl. Laut Geschäftsbericht 2010 hat die Citigroup 21 Millionen Kreditkartenkunden in Nordamerika, ein Prozent wären also 210.000 Kunden. Die Hacker hätten keinen Zugriff auf Sozialversicherungsnummern und Geburtsdaten der Kunden sowie auf Ablaufdaten und Sicherheitsnummern der Karten gehabt, versicherte die Citigroup. Der Angriff sei “kürzlich” während einer Routinekontrolle entdeckt worden.

Im asiatisch-pazifischen Raum seien keine Kunden betroffen, sagte die Sprecherin. In Deutschland hatte die Citigroup ihre Citibank wegen massiver Schwierigkeiten in der Finanzkrise 2008 an die französische Genossenschaftsbank Crédit Mutuel verkauft. Sie heißt heute Targobank. Ein Sprecher der Targobank wies darauf hin, dass das Institut nicht von dem Hackerangriff betroffen sei.

In den vergangenen Wochen waren zahlreiche Hackerangriffe auf große Unternehmen bekannt geworden. Betroffen waren etwa der japanische Unterhaltungskonzern Sony oder der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin.

 

 

Technische Beratung in Fragen von Datensicherheit:
CIO Solutions GmbH, Berlin.

 

 

 

Weitere Datenbank von Sony angegriffen

Quelle: datenschutz.de, 03.06.2011

Erneut wurde Sony Opfer eines Angriffs auf Kundendaten: Die Gruppe “LulzSec” hat nach eigenen Angaben die Website von Sony Pictures angegriffen und hatte Zugang zu den persönlichen Daten von Administratoren, sowie Anschriften, Telefonnummern, Mailadressen und Passwörtern von über einer Million Nutzern. Darüber hinaus hatte die Gruppierung offenbar Zugang zu Gutscheincodes, sowie zu den Datenbanken der niederländischen und belgischen Zweigstellen von SonyBMG.

Der Angriff erfolgte über eine SQL-Injection-Lücke auf der Website zu dem Film Ghostbusters. Nach ersten Berichten erfolgte die Speicherung der Kundendaten auch in dieser Datenbank von Sony im Klartext. Als Beweis für die Tat haben die Täter 39.000 Kombinationen aus E-Mail-Adresse und Passwort, sowie 12.500 Kombinationen aus E-Mail-Adresse, Passwort, Anschrift und Geburtsdatum ins Netz gestellt.

Die Täter gaben an, „aus Ressourcengründen“ nicht die gesamte Datenbank kopiert zu haben, übernahmen jedoch gleichzeitig auch die Verantwortung für die kürzlich verübten Angriffe auf die Internetauftritte der Fernsehsender Fox und PBS, wobei unter anderem die Website der US-Castingshow “X-Factor” angegriffen und auf der Homepage von PBS ein falscher Artikel eingestellt wurde, wonach der 1996 getötete Rapper Tupac Shakur noch leben würde.

Sony hat den erneuten Datendiebstahl derzeit noch nicht bestätigt. “Wir untersuchen diese Angaben”, erklärte der Vizepräsident der Sony-Tochter Sony Pictures Entertainment, Jim Kennedy.

Datenschutz – Hacker stehlen Sony Millionen Kundendaten

Quelle: Financial Times Deutschland, 27.04.2011

Es könnte einer der größten Datenklaus der Geschichte sein: Bei einem Angriff auf Sonys PlayStation Network haben Kriminelle möglicherweise Kreditkartennummern erspäht – davor warnt der Konzern mehr als 75 Millionen Kunden.

Daten-GAU bei Sony: Hacker haben Informationen von Millionen Nutzern der Online-Dienste des Konzerns erbeutet. Es geht um Adressen, Passwörter und möglicherweise auch Kreditkarten-Nummern, warnte Sony die mehr als 75 Millionen Nutzer des PlayStation Network und des Video- und Musikservices Qriocity. Es könnte einer der größten Datenklaus der Geschichte werden. Der japanische Elektronik-Riese hatte nach dem Hacker-Angriff vor einer Woche einfach den Stecker gezogen und die Dienste komplett abgeschaltet.

Eine unbekannte Person habe sich Zugang zu persönlichen Daten wie Name, Adresse, E-Mail oder Geburtsdatum verschafft, schrieb Sony am späten Dienstag in Firmenblogs weltweit und informierte die Betroffenen. Auch Logins und Passwörter seien nach derzeitigem Kenntnisstand ausgespäht worden, möglicherweise auch die Liste der Käufe.

“Obwohl es derzeit keine Anzeichen dafür gibt, dass auf Kreditkarten-Informationen widerrechtlich zugegriffen wurde, können wir diese Möglichkeit nicht gänzlich außer Betracht lassen”, warnte Sony. Die Kunden sollten nun besonders wachsam sein, um keinem Betrug aufzusitzen, und ihr Konto kontrollieren.

Das PlayStation Network und der Qriocity-Service haben weltweit mehr als 75 Millionen Kunden, viele davon in Deutschland. Über das PlayStation-Netzwerk können Nutzer miteinander Spielen, Chatten und Filme ansehen. Immer mehr Spiele für die Konsole PlayStation 3 und auch die mobile PlayStation Portable haben inzwischen Online-Komponenten. Unter dem Namen Qriocity vertreibt der Konzern Musik und Videos.

Die Hacker waren vom 17. bis zum 19. April in die Kundendatenbanken eingedrungen. Wann die Dienste wieder eingeschaltet werden könnten, ließ Sony offen. In US-Medien hieß es, bis dahin könnte noch eine Woche vergehen.

Wer hinter der folgenschweren Attacke stand, blieb zunächst unklar. Eine Vermutung ist, dass der Angriff ein Racheakt aus der Szene gewesen sein könnte, nachdem Sony einen Playstation-Hacker verklagte. Der junge Mann, der schon Apples iPhone gehackt hatte, knackte den Schutzmechanismus der Konsole, so dass auf ihr kopierte und selbst gemachte Spiele laufen konnten. Die Anleitung dazu veröffentlichte er im Internet. Nach der Klage einigten sich der Konzern und der Hacker außergerichtlich. Er musste versprechen, die Knack-Software nicht mehr zu vertreiben und schrieb daraufhin in einem Blog, er schließe sich einem Boykott von Sony-Produkten an. Sonys High-Tech-Konsole galt als besonders gut geschützt.

Anmerkung der Redakiojn:

Wir empfehlen verantwortungsbewusste, kompetente Datenschutzberatungsunternehmen, die dazu beiragen können, dass solche Datenschutz-Pannen nicht passieren.

Sicheres Surfen im Internet – so schützen Sie sich!

Das virtuelle Datenschutzbüro, ein gemeinsamer Service vrschiedener Datenschutzinstitutionen, hat sich des Themas “Surfen im Internet” angenommen und dazu entsprechende Informationen veröffentlicht.

Quelle: Virtuelles Datenschutzbüro (datenschutz.de), 04.11.2010

Im Wortlaut:

Das Internet hat inzwischen alle Bereiche des täglichen Lebens erschlossen. Ganz gleich, ob man kabelgebunden oder per WLAN im Internet surft, vielfältige Inhalte können betrachtet und heruntergeladen werden. Viele Möglichkeiten sind erst durch die Entwicklung neuer Webtechnologien entstanden. Aber gerade diese neuen Technologien bringen Gefahren mit sich, vor denen sich Nutzerinnen und Nutzer wirksam schützen sollten.

Wichtige Tipps zum sicheren Surfen im Internet erhalten Sie in unserem neuen Faltblatt, das wir Ihnen zur Zeit nur als Download anbieten.

SicheresSurfen

 

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