Besonderer Schutz für Datenschutzbeauftragte

Quelle: sueddeutsche.de, 24.03.2011

Erfurt (dpa/) – Arbeitgeber können Datenschutzbeauftragte nicht ohne weiteres abberufen. Ist ein Beauftragter berufen, so kann dieser einem Urteil zufolge nicht einfach abgesetzt werden, weil das Unternehmen den Datenschutz künftig in externe Hände legen will.

Ebenso wenig rechtfertige die bloße Mitgliedschaft im Betriebsrat, die Zuverlässigkeit eines Datenschutzbeauftragten infrage zu stellen. Das teilte das Bundesarbeitsgericht am Donnerstag (24. März) in Erfurt mit (Aktenzeichen: 10 AZR 562/09) mit. Eine Abberufung sei nur aus wichtigem Grund möglich. Damit hatte eine Arbeitnehmerin aus Berlin auch in der dritten Instanz mit ihrer Klage Erfolg.

US-Handelsaufsicht will Datenschutz im Internet stärken

Quelle: heise online, 02.12.2010

Die US-Handelsaufsicht Federal Trade Commission (FTC) hat umfangreiche Empfehlungen zur Verbesserung des Datenschutzes im Internet veröffentlicht. Mit dem Bericht will die Behörde Impulse für den Gesetzgeber setzen und vor allem der Selbstkontrolle der Internetwirtschaft Beine machen. Diese sei bisher “zu langsam gewesen” und habe keinen “angemessenen Schutz” bewirkt. Es müssten daher Wege aufgezeigt werden, die Verbrauchern wie Unternehmen die Sicherung ihrer Privatsphäre in Datenwelten einfacher machten. FTC-Chef Jon Leibovitz betonte die Gefahren, die von der Verbindung von personenbezogenen Informationen über verschiedene Webseiten und Online-Dienste zu umfangreichen Profilen ausgingen. Er lud zugleich Interessierte ein, zu den Vorschlägen online Stellung zu nehmen.

Konkret rät die Behörde, dass der Datenschutz schon bei der Planung und Entwicklung von Produkten und Diensten stärker berücksichtigt werden müsse. Dieser “Privacy by Design”-Ansatz wird auch von europäischen Datenschützern hochgehalten. Eine Hauptempfehlung des Berichts lautet, eine Art virtuelle Robinson-Liste umzusetzen. So wie es Verbrauchern derzeit möglich ist, sich mit einem Eintrag in ein Verzeichnis gegen Direktwerbung auszusprechen, soll dies im digitalen Raum durch eine dauerhafte Browser-Voreinstellung möglich werden.

Die FTC macht sich in diesem Zusammenhang für die Einführung eines “Do Not Track”-Mechanismus stark, wie ihn US-Forscher der Stanford University bereits entwickelt haben. Dabei wird über das Web-Protokoll HTTP signalisiert, dass ein Nutzer nicht möchte, dass seine Klicks und Online-Bewegungspfade ausgewertet und diese Analyse beispielsweise für die Anzeige auf ihn zugeschnittener Banner verwendet wird. Gefragt sei ein “einfacher Auswahlmechanismus für die Verbraucher”, heißt es in dem Report, mit dem sie sich gegen die Sammlung personenbezogener Informationen über ihr Internetverhalten verwahren können.

Die Empfehlungen umfassen weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Transparenz wie die Einführung standardisierter Hinweise, mit denen die Nutzer rasch die Datenverarbeitung bei verschiedenen Online-Unternehmen vergleichen können sollen. Die herkömmlichen Datenschutzerklärungen der meisten kommerziellen Webseiten seien nur schwer zu finden und kaum verständlich. Zudem sollten Verbraucher einen “angemessenen Zugang” zu den Datenbeständen erhalten, die Firmen über sie aufbewahren. Zu guter Letzt müssten alle beteiligten Parteien stärkere Anstrengungen unternehmen, um die Konsumenten über kommerzielle Datensammelpraktiken und deren Folgen sowie persönliche Widerspruchsmöglichkeiten aufzuklären.

Nach WikiLeaks-Veröffentlichungen – Weniger Daten, mehr Schutz

Quelle: tagesschau.de, 30.11.2010

Als Reaktion auf die Veröffentlichung tausender vertraulicher US-Diplomaten-Berichte hat der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar ein radikales Umdenken bei der Speicherung persönlicher Daten gefordert. “Wir brauchen nicht immer mehr, sondern weniger Daten, und die Daten müssen ordentlich geschützt werden”, sagte Schaar der “Neuen Osnabrücker Zeitung”. Sonst sei zu befürchten, dass demnächst nicht nur diplomatische Korrespondenz, sondern ärztliche Diagnosen, Strafakten oder andere sensible Informationen ihren Weg in das Internet fänden.

Die seit den Terroranschlägen am 11. September 2001 vor allem in den USA vorhandene Datensammelsucht sei “ein Risikofaktor, der kaum zu beherrschen ist”, sagte Schaar weiter. Aber nicht nur in den USA, sondern überall auf der Welt würden immer mehr personenbezogene Daten angehäuft, teilweise sogar – etwa im Bereich der Telekommunikation – ohne jeden Verdacht und Anlass für viele Monate und Jahre. Erhofft worden sei davon ein Zugewinn an Sicherheit. Eingetreten aber sei das Gegenteil, konstatierte der Datenschutzbeauftragte. “Datensparsamkeit ist deshalb das Gebot der Stunde.”

Die Internet-Plattform WikiLeaks hatte am Sonntag mehr als 250.000 Dokumente von US-Diplomaten in aller Welt veröffentlicht. Die Unterlagen aus der Zeit von 2003 bis Februar 2010 enthalten viele Informationen und unangenehme Einschätzungen von US-Diplomaten. Angesichts der Brisanz einiger Dokumente bemühten sich Regierungen weltweit am Montag um Schadensbegrenzung, die USA erhoben heftige Vorwürfe gegen Wikileaks und sprachen von einem “schweren Verbrechen”.

Datenschutz-Angst bremst Social-Media-Wachstum

Bedenken nehmen besonders bei älteren Usern zu

Quelle: pressetext austria (pte.at), 12.11.2010

Cambridge (pte/12.11.2010/13:40) – Die permanenten Datenschutz-Skandale bei sozialen Netzwerken und anhaltende Warnungen von Experten vor bestehenden Lücken zeigen Wirkung bei den Usern. Ihr Wunsch nach einem besseren Schutz der Privatsphäre nimmt zu. Die stärkeren Bedenken potenzieller Mitglieder stellt die Portale – allen voran Facebook – jedoch vor Grenzen, wie die Marktforscher von Forrester Research http://www.forrester.com aufzeigen. Ihr Wachstum wird mittlerweile von einer Sättigung gebremst. Insbesondere die vergleichsweise unerschlossene Gruppe älterer Web-Nutzer zeigt sich zunehmend skeptisch.

Erst vor wenigen Wochen hatte Facebook zu wiederholtem Male mit einem Datenschutz-Skandal auf sich aufmerksam gemacht. Den Anbietern von Apps – auf der Plattform von Millionen Usern verwendete Programme – war es möglich, relevante Nutzerdaten an Werbeunternehmen zu versenden (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/101018015/). Laut Forrester führen die wachsenden Bedenken bei den Nutzern nunmehr zu Verhaltensänderungen im Web. Sie achten stärker auf Risiken und bleiben den Netzwerken vermehrt fern.

Aktivere Nutzer weniger besorgt

Die Datenschutz-Ängste nehmen über alle Altersgruppen hinweg zu. Jüngere User gehen online im Vergleich aber noch sorgloser mit ihrer Privatsphäre um. Bei Nutzern zwischen 18 und 29 Jahren stiegen die Benken im Vergleich zum Vorjahr nur marginal von 29 auf 30 Prozent. 30 bis 43-Jährige zeigten mit einem Anstieg von 30 auf 33 Prozent ebenso eine eher verhaltene Zunahme. Im Alter von 54 bis 64 Jahren verzeichnete Forrester jedoch die stärkste Steigerung von 32 auf 50 Prozent. Ebenso kletterten die Werte in den Altersgruppen darunter und darüber deutlich.

Junge User sind in sozialen Netzwerken stärker aktiv als ältere. Angesichts der zunehmenden Sorgen von Personen höheren Alters stehen die Portale zwar womöglich vor einem Wachstums- und Sättigungsproblem. Damit bleibt allerdings gleichzeitig die Frage, ob jüngere Social-Networker trotz oder gerade wegen ihres starken Engagements in den Communitys im Vergleich weniger besorgt über die Datenschutz-Problematik sind.

Soziale Netzwerke – Datenschutz oft mangelhaft

Quelle: Stiftung Warentest (test.de), April

Soziale Online-Netzwerke werden immer wichtiger: Knapp ein Viertel der Deutschen nutzen sie regel­mäßig, bei Jugendlichen liegt der Anteil sogar dreimal so hoch. Der Test zeigt jedoch: Facebook und Co weisen erhebliche Mängel beim Datenschutz auf. Und sie machen es Hackern leicht, auf per­sönliche Daten ihrer Nutzer zuzugreifen. Gisela Zimmer berichtet.

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