Schaar fordert Gesetz gegen Nutzerprofile im Internet
25. März 2012 Hinterlasse einen Kommentar
Die Meldung ist schon über eine Woche alt, aber sie fand kaum Beachtung: Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar forderte die Bundesregierung auf, die Bildung von Nutzerprofilen im Internet gesetzlich zu regeln. Dieser Ansatz ist neu. Bisher verließen sich Datenschützer und Politik auf die Ankündigung der Wirtschaft, diesen Bereich im Wege der Selbstverpflichtung zu regulieren.
Selbstverpflichtungen sind unzureichend
Schaars Forderung ist völlig richtig. Selbstverpflichtungen der Wirtschaft reichen nicht aus, um auch nur ein Minimum an ernstzunehmendem Datenschutz zu gewährleisten. Über eine Selbstverpflichtung der Versicherungswirtschaft wird seit Jahren ohne Ergebnis diskutiert und die des Geodatendienstes von Google, Street View, ist auch über ein Jahr nach ihrer Verkündung nicht umgesetzt. Ganz grundsätzlich stellt sich die Frage, warum man das komplexe und sensible Feld des Datenschutzes im Internet denjenigen überlassen sollte, die aus wirtschaftlichen Gründen ein ureigenes Interesse an so wenig Datenschutz wie möglich haben.
Profilbildung außerhalb des Netzes
Bleibt die Frage der Durchsetzbarkeit einer solchen gesetzlichen Regelung. Und es bleibt die Frage, ob nicht die Profilbildung generell Gesetzen unterworfen werden müsste. Gerade im medizinischen Bereich wird an vielen Stellen bereits jetzt mit Patientenprofilen gearbeitet – in der Regel auf der Grundlage einer Einwilligungserklärung, deren Tragweite die Betroffenen nicht durchschauen.
Quelle:
http://futurezone.at/netzpolitik/8009-datenschuetzer-will-gesetz-gegen-nutzerprofile.php