Auskunft verlangen
5. Juni 2011 Hinterlasse einen Kommentar
Paula Coehler zum Wert persönlicher Daten
Ich habe die Frage vor einer Weile schon einmal aufgeworfen – die Frage, warum wir uns eigentlich so wenig dafür interessieren, wer über welche persönlichen Daten von uns verfügt.
Der Sony-GAU hat auf erschreckende Weise noch mal gezeigt, wie nötig das ist. Wir bezahlen immer und überall mit unseren Daten. Nicht nur, wenn wir einkaufen und unsere Kreditkartendaten hinterlassen. Auch die kostenlosen Dienste bezahlen wir mit unseren Daten. Facebook ist ein Unternehmen, das nichts produziert und es soll mittlerweile 65 Milliarden Dollar wert sein. Dieser Wert errechnet sich allein aus den Daten, über die Facebook verfügt – und aus der Spekulation, wozu man diese Informationen zukünftig möglicherweise nutzen könnte. Die Informationen über unsere Vorlieben und Gewohnheiten sind nicht nur Facebook bares Geld wert.
Harte Währung
Unsere persönlichen Daten sind also harte Währung. Warum aber passen wir so schlecht auf sie auf? Warum überlassen wir sie jedem x-beliebigen Unternehmen, das uns sein paar Cent Rabatt verspricht? Warum interessieren wir uns nicht dafür, was Unternehmen mit unseren Daten tun?
Rechte nutzen
Wir sind dem Datenmissbrauch nicht ganz hilflos ausgeliefert, auch wenn es manchmal so aussieht. Es gibt Rechte, die können wir nutzen und die sollten wir nutzen. Bei Sony wurden um die 100 Millionen Kundendaten gestohlen. Der Konzern ließ sich gut eine Woche Zeit, die Nutzer überhaupt von diesem GAU zu informieren. Wenn auch nur 5 Prozent der potentiell geschädigten Nutzer Auskunft verlangen, Schadensersatzklagen androhen und hartnäckig Fragen nach Schutzmaßnahmen stellen würden, könnte Sony die nicht mehr einfach so übergehen. Das Recht auf Auskunft wahr zu nehmen kostet allerdings Mühe und Aufwand. Aber an anderen Stellen investieren wir diese Mühe ja auch, um Dinge abzusichern, die uns wichtig sind. Warum also nicht unsere persönlichen Informationen?